Fast fashion kills - Erverte Paris

Schnelle Mode tötet

Fast Fashion tötet

Fast Fashion stützt sich stark auf synthetische Fasern wie Polyester, Nylon und Acryl. Diese Materialien sind robust und günstig, tragen aber auch zu einer weniger sichtbaren Verschmutzung bei: Mikroplastik und synthetische Mikrofasern, die beim Tragen, Waschen und Entsorgen freigesetzt werden.

Synthetische Kleidung ist eine dokumentierte Quelle von Mikroplastik

Aktuelle Forschung bestätigt, dass Haushaltswäsche Kunststoff-Mikrofasern aus synthetischen Textilien freisetzt. Polyester, recyceltes Polyester, Polyamid, Acryl und Polypropylen können Kunststoff-Mikrofasern ins Abwasser abgeben. Die Mengen variieren je nach Stoffkonstruktion, Gewicht, Dicke und Waschbedingungen, das Phänomen selbst ist jedoch gut dokumentiert.

Mikroplastik bleibt nicht außerhalb des menschlichen Körpers

Mikroplastik wurde inzwischen in einer wachsenden Zahl menschlicher Gewebe nachgewiesen. Dieser Nachweis beweist für sich allein nicht, dass Mikroplastik eine bestimmte Krankheit verursacht, zeigt aber, dass menschliche Exposition real ist und Partikel biologische Barrieren überwinden können.

Was wissen wir über Krebs?

Die wissenschaftliche Evidenz entwickelt sich weiter. Es ist nicht nachgewiesen, dass das Tragen synthetischer Kleidung direkt Krebs verursacht. Ebenso ist aber nicht nachgewiesen, dass chronische Exposition gegenüber Mikroplastik aus synthetischen Materialien aus karzinogener Sicht harmlos ist.

Mehrere Beobachtungen rechtfertigen deshalb ernsthafte Aufmerksamkeit. Mikroplastik wurde in menschlichen Tumorgeweben nachgewiesen, darunter in Lungen-, Magen-, kolorektalen, Gebärmutterhals- und Pankreastumoren. Experimentelle Arbeiten und Übersichtsarbeiten beschreiben außerdem Mechanismen wie oxidativen Stress, chronische Entzündungen, mitochondriale Störungen, genotoxische Effekte und Veränderungen des Tumormikromilieus – Mechanismen, die biologisch für Krebsentstehung und Tumorprogression relevant sind.

Eine systematische Übersichtsarbeit von 2025 zu Darmkrebs berichtete über eine relativ hohe Mikroplastik-Akkumulation in kolorektalen Biopsien und stellte fest, dass in einer Fall-Kontroll-Studie die Akkumulation im Krebsgewebe signifikant höher war als in den Kontrollen. Die Autoren betonten ausdrücklich, dass weitere Forschung nötig ist, um zu klären, ob Mikroplastik-Exposition die Entstehung von Darmkrebs auslöst oder dazu beiträgt.

Das Vorsorgeprinzip

Genau hier ist das Vorsorgeprinzip relevant. In der europäischen Politik wird dieses Prinzip angewandt, wenn ein plausibles Risiko schwerwiegender Schäden für Gesundheit oder Umwelt besteht, während wissenschaftliche Unsicherheit über die genaue Form oder das Ausmaß dieses Schadens bleibt.

Unsicherheit ist also kein Sicherheitsnachweis. Wenn eine Exposition weit verbreitet, persistent und vermeidbar ist, kann es selbst unverantwortlich sein, vor einer Verringerung dieser Exposition auf einen absoluten Schadensnachweis zu warten.

Warum Fast Fashion das Problem verstärkt

Das Problem beschränkt sich nicht auf eine einzelne Faser. Fast Fashion erhöht die Produktionsmengen, verkürzt die Nutzungsdauer von Kleidung, beschleunigt Wasch- und Entsorgungszyklen und vervielfacht die Menge synthetischer Materialien, die in Haushalte, Abwasser und Umwelt gelangt.

Unnötigen Konsum zu reduzieren, langlebige Kleidung zu wählen und die Abhängigkeit von synthetischen Fasern zu begrenzen, sind deshalb vernünftige Vorsorgemaßnahmen.

Die Position von ERVERTE

Bei ERVERTE Paris bevorzugen wir Naturfasern und Kleidungsstücke, die lange getragen werden sollen. Wir behaupten nicht, dass die Wissenschaft bereits sämtliche langfristigen Folgen der Mikroplastik-Exposition bewiesen hat. Wir vertreten einen einfacheren Punkt: Fehlender vollständiger Schadensnachweis ist kein Beweis für Unbedenklichkeit, und wenn sich glaubwürdige Warnsignale häufen, ist Vorsorge eine rationale Reaktion.

Quellen

  • Aktuelle Forschung zur Freisetzung von Kunststoff-Mikrofasern aus synthetischen Textilien bei der Haushaltswäsche.
  • Peer-reviewte Studien zum Nachweis von Mikroplastik in menschlichen Geweben und Tumorproben.
  • Systematische Übersichtsarbeiten zu Mikroplastik, oxidativem Stress, Entzündungen, Genotoxizität und krebsrelevanten Mechanismen.
  • Leitlinien der Europäischen Kommission zum Vorsorgeprinzip.

Mehr erfahren: Lesen Sie, was aktuelle Forschung über häufige Quellen der Mikroplastik-Exposition zeigt, oder sehen Sie sich Polyester genauer an.

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