Made-in-France-Kleidung: Was die Angabe wirklich bedeutet und warum sie mehr kostet
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Was bedeutet „Made in France“ bei Kleidung wirklich?
„Made in France“ ist nicht nur eine Marketingformulierung. Damit ein Kleidungsstück als französischen Ursprungs bezeichnet werden kann, muss die Angabe mit den in der Europäischen Union geltenden nichtpräferenziellen Ursprungsregeln übereinstimmen.
Sind mehrere Länder an der Herstellung beteiligt, wird der Ursprung im Allgemeinen dem Land zugerechnet, in dem das Produkt seine letzte wesentliche Be- oder Verarbeitung erfahren hat. Bei Textilien können je nach Produkt und Zolltarifposition insbesondere Zuschnitt, Konfektion, Nähen, Montage und andere Herstellungsschritte entscheidend sein.
Das bedeutet: Nicht jeder Rohstoff eines Kleidungsstücks muss aus Frankreich stammen, damit französischer Ursprung möglich ist. Baumwolle, Wolle, Knöpfe oder andere Bestandteile können aus dem Ausland kommen, sofern die in Frankreich ausgeführten Herstellungsschritte die anwendbaren Ursprungskriterien erfüllen.
Was reicht nicht aus, um französischen Ursprung zu beanspruchen?
Geringfügige oder reine Endbearbeitungsschritte verleihen nicht automatisch französischen Ursprung. Ein Kleidungsstück lediglich in Frankreich zu bedrucken, zu beflocken, zu bügeln, neu zu etikettieren oder zu verpacken, ist nicht zwingend ausreichend.
Die Ursprungsangabe muss den tatsächlichen Herstellungsprozess widerspiegeln und nicht lediglich den Ort eines letzten kosmetischen Arbeitsschritts.
Das französische IMF-Verfahren
Frankreich bietet Unternehmen ein besonderes Verfahren namens Information sur le Made in France (IMF). Im Rahmen dieses kostenlosen Verfahrens kann ein Unternehmen dem französischen Zoll seinen Herstellungsprozess vorlegen, einschließlich der Herkunft der Materialien, der Produktionsstufen und der beteiligten Länder.
Der Zoll kann anschließend beurteilen, ob der Prozess eine französische Ursprungsangabe rechtfertigt. Das Verfahren ist nicht verpflichtend, kann jedoch vor der Vermarktung eines Produkts als „Made in France“ oder „Fabriqué en France“ zusätzliche Rechtssicherheit schaffen.
Französische Ursprungsangaben können außerdem vom Zoll und von der DGCCRF kontrolliert werden, wenn eine Darstellung Verbraucher irreführen könnte.
Warum Made-in-France-Kleidung häufig mehr kostet
Der höhere Preis eines in Frankreich hergestellten Kleidungsstücks lässt sich nicht auf einen einzigen Faktor zurückführen. Stoff, Zutaten, Produktionsmenge, Energie, Logistik, Qualitätskontrolle, Steuern, Entwicklungskosten und Handelsmargen beeinflussen den Endpreis.
Arbeit bleibt jedoch ein wesentlicher Kostenfaktor in der Bekleidungsherstellung. Frankreich gehört innerhalb der Europäischen Union zu den Ländern mit einem vergleichsweise hohen gesetzlichen Mindestlohn; Arbeitgeberbeiträge und weitere Arbeitskosten erhöhen zusätzlich die Kosten für Zuschnitt, Nähen, Finish und Qualitätskontrolle.
Die Herstellung eines vergleichbaren Kleidungsstücks in Frankreich kostet daher häufig mehr als in einem europäischen Land mit niedrigerer Lohnbasis und deutlich mehr als in vielen Niedrigkosten-Produktionsregionen außerhalb Europas.
Ein höherer Preis bedeutet nicht automatisch höhere Qualität – aber Produktionsentscheidungen spielen eine Rolle
Höhere Herstellungskosten garantieren nicht automatisch ein besseres Kleidungsstück. Qualität hängt weiterhin von Material, Schnittmuster, Konstruktion, Verarbeitung und Qualitätskontrolle ab.
Französische Produktion kann jedoch eine andere Kombination von Vorteilen bieten: kürzere und oft transparentere Lieferketten, Nähe zu den Werkstätten, leichtere Produktionskontrolle, Erhalt lokalen Know-hows sowie Fertigung innerhalb des französischen und europäischen Arbeits- und Verbraucherschutzrahmens.
Made in France und Rückverfolgbarkeit
Für Verbraucher ist nicht nur eine Flagge auf dem Etikett entscheidend, sondern die Frage, was tatsächlich in Frankreich gemacht wurde.
Eine transparente Marke sollte erklären können, wo ein Kleidungsstück zugeschnitten, genäht, zusammengesetzt und fertiggestellt wurde, aus welchen Fasern der Stoff besteht und – soweit relevant – wo wichtige Bestandteile herkommen.
Made in France im Vergleich zu Made in Europe
Frankreich, Italien, Portugal, Spanien, Deutschland, Polen, Rumänien und Bulgarien bewegen sich alle im breiteren EU-Rahmen zur Bestimmung des nichtpräferenziellen Ursprungs. Produktionskosten und nationale Prüfpraktiken können sich jedoch deutlich unterscheiden.
Deshalb können zwei Kleidungsstücke beide einen europäischen Ursprung haben und dennoch sehr unterschiedliche Herstellungsrealitäten und Preisstrukturen aufweisen.
Frankreich zeichnet sich insbesondere durch das IMF-Verfahren aus, während Italien zusätzliche Schutzvorschriften für stärkere Angaben wie „100% Made in Italy“ kennt.
Warum ERVERTE Paris in Frankreich produziert
Für ERVERTE Paris ist Made in France kein Synonym für Perfektion. Es ist Teil eines umfassenderen Ansatzes aus Rückverfolgbarkeit, Naturfasern, langlebiger Konstruktion, lokalem Know-how und klareren Informationen über die Herstellung.
Ziel ist es, Kleidungsstücke zu schaffen, die häufig getragen und länger behalten werden und deren Herstellungsprozess verständlich bleibt.
Fazit
„Made in France“ hat eine konkrete Bedeutung, die von den tatsächlich in Frankreich ausgeführten Herstellungsschritten abhängt. Es bedeutet nicht zwangsläufig, dass sämtliche Rohstoffe französisch sind, und ein kleiner Endbearbeitungsschritt reicht nicht automatisch für französischen Ursprung aus.
Der Preis französisch gefertigter Kleidung spiegelt außerdem ein höheres Produktionskostenniveau wider, darunter Arbeitskosten, Compliance, kleinere Produktionsserien und Qualitätskontrolle. Für Verbraucher ist es deshalb sinnvoll, über das Etikett hinauszusehen und eine einfache Frage zu stellen: Wo und wie wurde dieses Kleidungsstück tatsächlich hergestellt?
Quellen
- Europäische Kommission — Nichtpräferenzielle Ursprungsregeln
- Französischer Zoll — Information sur le Made in France (IMF)
- DGCCRF — Fabriqué en France
- Eurostat — Mindestlohnstatistiken
Mehr erfahren: Vergleichen Sie „Made in France“ mit anderen europäischen Ursprungsangaben, oder entdecken Sie in Frankreich gefertigte Stücke von ERVERTE Paris.